Links oder liberal?
Wenn am Montag in der Stadtverordnetenversammlung die ehrenamtlichen Mitglieder des Magistrats gewählt werden, kommt es nach der Ansicht des Hanauer FDP Vorsitzenden, Dr. Ralf-Rainer Piesold, zu einer richtungsweisenden Wahl. Trotz ihres bescheidenen Ergebnisses könnten die Hanauer Liberalen ihren ehrenamtlichen Stadtratsposten behalten und ihn nicht an die Fraktion der Linken verlieren. Nach dem D’Hondtschen Wahlverwahlen liegen beide Fraktionen gleichauf, so dass ein Losverfahren über den Stadtratsposten entscheiden würde. „Wir haben dort eine Chance von 50%“, zeigt sich Dr. Piesold optimistisch und teilt mit, dass für die Position der bisherige Stadtrat Lutz Wilfert vorgesehen ist. Angelika Opfermann und Siegfried Koeppl seien als seine potentiellen Nachrücker von der Fraktion benannt worden. Da aber andere Parteien einen „Stimmenüberhang hätten“, könnte es auch zu einem taktischen Stimmverhalten kommen, meint Dr. Piesold. So werde sich am Wahlverhalten der Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung zeigen, ob eine politische Neuorientierung vollzogen oder eben auf Kontinuität gesetzt werde. Die Frage reduziert sich auf „Links oder Liberal?“
Schwierig sei die Situation bei der Besetzung der Ausschüsse, meint der Fraktionsvorsitzende Thomas Morlock. Aufgrund des Wahlausgangs und der Verkleinerung der Fraktion werde die FDP nunmehr in Zukunft nur noch mit beratender Stimme in den Ausschüssen vertreten sein. Thomas Morlock wird in die Struktur- und Umweltausschuss und den Bauausschuss gehen, Holger B. Vogt wird in den Ausschuss für Schule, Kultur und Sport und im Ausschuss Frauen, Jugend und Soziales mitwirken und Dr. Lill geht in den Haupt- und Finanzausschuss und in den Ausschuss für Rechnungsprüfung und Beteiligungscontrolling. Die Liberalen werden nach Auskunft des Vorsitzenden und des Fraktionsvorsitzenden sich Schwerpunktmäßig auf die Bereich Stadtentwicklung, Finanzen, Bildung und Wirtschaft konzentrieren. „Der Stadtumbau muss konsequent weiterbetrieben werden. Wir sind dazu bereit und arbeitsfähig“, stellt Thomas Morlock abschließend fest.